Iraq War Veteran tell the truth about the Iraq war
11.07.2007 Australiens Regierung und ihre Beteiligung am Irak-Krieg. Von Malik Özkan, Bremen
Erdöl nun doch ein Motiv(iz). Während im Irak der Streit um eine endgültige Fassung des dortigen Ölgesetzes und die Verteilung der irakischen Ressourcen anhält, werden Stimmen in Australien lauter, wonach das Engagement des Landes bei der Invasion auch vom Erdöl motiviert worden sei. Brenden Nelson, Australiens Verteidigungsminister, gab bekannt, dass „Energiesicherheit“ einer der Hauptgründe hinter der Unterstützung seines Landes für den Krieg gewesen sei. Die militärische Beteiligung an der Invasion des Zweistromlandes ist augenblicklich sehr unbeliebt bei den Menschen in „down under“.
Derartige Äußerungen bekräftigen Argumente von Kriegsgegnern, wonach die US-geführte Besetzung des Irak im März 2003 sich mehr um die Sicherung der enormen Erdölvorräte drehte als um die angebliche Bedrohung durch vermeintliche irakische Massenvernichtungswaffen. Heute mittlerweile vergessen ist die Tatsache, dass die Alliierten zwar Bagdad zur Plünderung freigegeben hatten, allerdings die für die Erdölförderung notwendigen Behörden schützten.
In einem Gespräch mit dem australischen Sender ABC sagte Nelson: „Offenkundig ist der Nahe Osten insgesamt, nicht nur der Irak, sondern die gesamte Region, eine wichtige Energiequelle – insbesondere für Erdöl – für die gesamte Welt.“ Es sei extrem wichtig, dass Australien seine Position beibehalte und seine Sicherheitsinteressen beachte, auch wenn es den Nahen Osten verlassen haben sollte. Gleichfalls sei es wichtig, das „Ansehen“ der USA und Großbritanniens im Auge zu behalten.
Australische Truppen waren 2003 am Einmarsch in den Irak beteiligt. Augenblicklich unterhält das Land 1.500 Soldaten, die immer noch vor Ort stationiert sind. Pläne, sie nach Hause zu bringen, gibt es im Augenblick nicht.
Seine Aussagen stehen im Widerspruch zu jenen des australischen Premierministers John Howard, der am Vorabend der Invasion des Iraks verneinte, dass es Motive gebe, die mit Öl in Verbindung stünden. Die oppositionelle Labour-Partei, die einen Rückzug der australischen Einheiten aus dem Irak fordert, erklärte, dass Nelsons Äußerungen den Erklärungen der Regierung widersprächen. Oppositionsführer Kevin Rudd erklärte: „Als Howard 2003 befragt wurde, ob der Krieg etwas mit Erdöl zu tun habe, sagte er, dass dies nicht der Fall sei.“
Aber Regierungsvertreter in Canberra haben die Kritik zurückgewiesen. Man bleibe dem Ziel, den USA zu helfen, verbunden, um den Irak zu stabilisieren und um Terrorismus zu bekämpfen. Sie betonten, dass es keinen „voreiligen Rückzug“ von australischen Einheiten aus der Region des Nahen Ostens gebe.
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